Wie surreale Traumwesen aus einer anderen Dimension, aber dennoch greifbar, plastisch und präsent erscheinen die Objekte der Kunstlerin Younghun Lee. Ungewohnt und fremd zeigt sich die Gestalt der Kunstwerke. Außergewöhnlich und meist von einer gewissen Leichtigkeit durchdrungen sind auch die gewählten Materialien: Textilien, die einmal Kleidungsstucke gewesen waren und nun in einen völlig anderen Kontext gestellt werden. Luft, Draht, Polyuretanschaum oder Kunstharz werden in einem Transformationsprozess zu einer durch und durch gegenwärtigen Kunstform gewandelt. Schwer wurde man sich tun, wollte man versuchen die Arbeiten mit tradierten klassischen kunsthistorischen Gattungsbegriffen zu beschreiben. Vielmehr ist es deren Kennzeichen, sich solcher Betitelungen zu entziehen und eine völlig neue und zeitgemäße Art von Kunst zu sein. Ihre Aufgabe ist es, uns nicht nur in der Rolle des Betrachters zu belassen und zu umgarnen. Vielmehr werden wir zum Komplizen, ja sogar zum Protagonisten in diesem hochkunstlerischen Verwirrspiel.
Dr. Teresa Bischoff